Die "Dialoggruppe Kirche"

Wie sie wurde, was sie bewegt und was sie so macht(e).


Begonnen hat es vor knapp einem Jahr mit einer Reflexion des Kirchenvolksbegehrens (KVB) mit seinen österreichweit 505.000 Unterschriften. Darin sah der damalige Fachausschuß Verkündigung unter anderem ein Symptom für fehlenden innerkirchlichen Dialog. In Reaktion darauf wurde die Gründung einer Gruppe angestrebt, deren Aufgabe die Anregung bzw. Förderung eines solchen Dialoges im Rahmen der Pfarrgemeinde sein sollte.

So trafen wir, die sechs Mitglieder der späteren "Dialoggruppe Kirche", uns im Herbst letzten Jahres das erste Mal. Einige von uns hatten das KVB unterschrieben, andere hatten es bewußt NICHT unterschrieben. Das erste Zusammentreffen war daher für alle von uns spannend. Drei Stunden später wußten wir, daß wir zu vielen Punkten durchaus sehr unterschiedlicher Meinung waren (und das auch jetzt noch sind!), aber miteinander gut reden können.

Unser gemeinsames Anliegen, miteinander ins Gespräch zu kommen und auch andere dazu einzuladen, führte zu einigen weiteren Treffen, in deren Verlauf wir in unserer Gruppe das erlebten, was wir uns für unsere Gemeinschaft im Großen wünschen: Wir lernten einander in unseren Einstellungen und Meinungen und in den hinter diesen stehenden Lebenserfahrungen und Lebensentwürfen besser verstehen. Trauten uns, von uns selbst zu erzählen und auch zuzuhören. Für mich persönlich war es schön, eines Tages wahrzunehmen, daß auch aufgrund dieser Gespräche manche meiner Standpunkte sich verschoben hatten. Und dies, so glaube ich, nicht weil "die anderen" mich "überzeugt" hatten, sondern weil ich durch sie auch andere Seiten der Wahrheit kennengelernt habe.

Uns ist bewußt, daß die gewählte Methode eines Fragebogens ihre Grenzen hat. Angeregt auch durch die vielen zusätzlichen Anmerkungen und Notizen auf den rückgesendeten Bögen haben wir deshalb über einen ähnlich lautenden Artikel im Pfarrblatt zu frei formulierten persönlichen Statements zu den aktuellen Fragen der Kirche und des christlichen Lebens in der Gemeinde eingeladen.

Dialog ist wohl mehr als Fragebögen und deren Dokumentation. Aber dieses Mehr läßt sich nicht von außen organisieren. Das kommt, oder auch nicht. Wir wollen Sie und uns alle dazu einladen.

Paul Panek,
für die "Dialoggruppe Kirche"

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