Dieser Abschnitt behandelt die Resultate der Fragebogenaktion vom Anfang des Jahres 1996. Am 25.2.96 wurden etwa 600 Fragebögen in den Gottesdiensten der Gemeinden Maria Hietzing und Pallottikirche verteilt. In den Wochen darauf wurden weitere 3.600 Bögen als Postwurfsendung an alle Haushalte im Pfarrgebiet gesendet. (Text des Fragebogens).
Zurück bekamen wir 481 ausgefüllte Bögen, davon 262 unmittelbar im Anschluß an die Gottesdienste. Die übrigen 219 Bögen wurden der Pfarre zugesandt oder dort abgegeben. Es ist wichtig festzuhalten, daß es sich in der folgenden Auswertung um eine Beschreibung der in den rückgesandten Fragebögen geäußerten Meinungen handelt. Die dargestellten Prozentsätze beziehen sich daher immer auf den konkreten Kreis der 481 antwortenden Personen.
Die eigentliche Aufgabe dieser Fragebogenaktion ist die Förderung des pfarrlichen Dialoges und nicht die wissenschaftliche Erstellung einer repräsentativen Umfrage. Die hier präsentierten Ergebnisse sind unkommentiert. Persönliche Meinungen, Interpretationen etc. haben ihren Platz erst in den späteren Abschnitten dieser Dokumentation.
Allgemeiner Teil | Teilnahme am Kirchenvolks-Begehren und an der Weizer Pfingstvision | Forderungen | Sexualität | Frauen als Diakonin und Priesterin | Pflicht-Zölibat | Geschieden-Wiederverheiratete | Persönlicher Glaube und Kirche | Soziales | Aufgabe der Kirche | Wünsche an die Pfarre
Die ersten 7 Fragen betrafen persönliche Daten sowie die religiöse Praxis. Es nahmen 306 (63%) Frauen und 171 (36%) Männer teil *). In der Altersgruppe bis 30 Jahre gaben 60 Personen, von 31-60 Jahre 225 und über 60 Jahre 196 Personen einen Fragebogen ab.
Davon sind 452 (94%) römisch katholisch, 16 (3,3%) aus der Kirche ausgetreten, 6 (1,2%) gehören einem anderen Religionsbekenntnis an, 4 (0,8%) sind ohne Bekenntnis und 3 (0,6%) machen keine Angaben. 340 (71%) geben an, regelmäßig an Gottesdiensten teilzunehmen. 70 (15%) manchmal, 48 (10%) zu besonderen Anlässen, sowie 17 (3,5%) nie, 6 (1,2%) machen keine Angabe.Die Angaben über die Beichtpraxis sind in folgender Grafik dargestellt.
Die Aussage "Ich bin ein gläubiger Mensch" beantworten 412 (86%) mit "ja", 49 (10%) mit "teilweise" und 10 (2%) mit "nein". Weitere 2% machen keine oder eine ungültige Angabe.
*) Anmerkung: 4 Bögen haben keine oder ungültige Angaben.
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184 (38%) geben an, das Kirchenvolksbegehren *) (KVB) unterschrieben zu haben. Die Weizer Pfingstvision wurde von 22 (5%) unterfertigt. Erwähnenswert ist, daß etliche Personen handschriftlich anmerken, daß ihnen die Weizer Pfingstvision nicht bekannt gewesen wäre.
*) Anmerkung: Laut Paul M. Zulehner sind die Unterzeichner des KVB hier deutlich überrepräsentiert, er zitiert die Initiatoren mit 7,5% für Wien.
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Der Aussage "Wir dürfen grundsätzlich von der Kirche etwas forden" stimmen 65% zu, 21% teilweise und 5% sind gegenteiliger Meinung.
49% meinen, daß sich die Kirche "an gesellschaftliche Realitäten anpassen soll". 37% schließen sich dem teilweise an, 7% sind dagegen und 9% machen keine oder ungültige Angaben.
Mehr Mitbestimmung für Laien in der Kirche wünschen sich 57%, 28% teilweise und 7% nicht.
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Der Aussage "Ich lebe nach der Sexual-Lehre der Kirche" stimmen 26% mit "ja" zu, 37% distanzieren sich mit "nein", 23% liegen mit "teilweise" dazwischen und 11% enthalten sich der Aussage.
Das kirchliche Verbot der künstlichen Empfängnisverhütung halten 12% für richtig, 21% teilweise und 63% für falsch. 4% enthalten sich der Aussage.
Die Antworten zur Frage 12 weisen eine starke Altersabhängigkeit auf. Zur Veranschaulichung stellen die folgenden zwei Diagramme die Altersgruppen der bis 50-Jährigen und die der Älteren getrennt dar.
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Die Gruppe der Jüngeren umfaßt dabei 192 Personen, die der Älteren 289. Bei den Jüngeren verneinen 57% die Aussage "Ich lebe nach der Sexual-Lehre der Kirche", bei den Älteren 24%.
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77% der Antwortenden sprechen sich für eine Zulassung der Frauen zum Diakonat aus. 17% sind dagegen, 6% machen keine oder ungültige Angaben.
47% wollen Frauen zum Priesteramt zulassen, 43% sind dagegen und 10% machen keine Angabe.
Betrachtet man die Meinungen in Abhängigkeit vom Alter der Antwortenden, so fällt auf, daß in den Altersgruppen bis 50 eine deutliche Mehrheit für das Priesteramt der Frau vorhanden ist, während die Älteren sich mehrheitlich dagegen aussprechen. Im Unterschied dazu gibt es bei der Frage nach der Zulassung zum Diakonat in allen Altersgruppen eine große Mehrheit dafür.Bemerkenswert ist, daß eine nach Frauen und Männern getrennte Darstellung der Fragen 15 (Diakonat) und 16 (Priesteramt) jeweils den annähernd identen Prozentsatz in Befürwortung und Ablehnung dieser Aussagen zeigt.
Die verpflichtende Ehelosigkeit der Diözesan-Priester halten 70% der Antwortenden für falsch, 24% halten sie für richtig, 6% haben keine Meinung dazu.
Den Geschieden-Wiederverheirateten wollen 78% der Antwortenden den Empfang der hl. Kommunion gestatten, 3% sind dagegen. 17% wollen es unter gewissen Bedingungen zulassen.
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75% der Antwortenden geben an, daß ihr persönlicher Glaube ihnen zu einem freuderfüllten und sinnvollen Leben verhilft, 20% stimmen dem zumindest teilweise zu, 3% verneinen diese Aussage.
Die Aussage "Die Kirche leistet einen wesentlichen Beitrag zu meinem Glück" können 45% für sich bejahen, 35% stimmen teilweise zu und 17% verneinen dies.
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Den kirchlichen Einsatz für Außenseiter der Gesellschaft wünschen sich 77%, 20% zumindest teilweise, 1% ist dagegen.
Die Zustimmung für ein soziales Engagement der Christen fällt mit 85% aus, 11% halten es teilweise für wesentlich, 1% hält es für unwesentlich.
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"Das Christsein ist verbunden mit einem bescheidenen Lebensstil" wird von 42% bejaht, 43% halten es teilweise für richtig, 13% verneinen diese Aussage.
Die Frage 24 ("Worin sehen Sie die Aufgabe der Kirche?") wurde frei beantwortet. Die Klassifizierung der Antworten erfolgte nach den folgenden Themenbereichen:
Zur Illustration finden Sie nachfolgend einige Antworten, die nach subjektiven Kriterien von der Redaktion ausgewählt wurden.
Die Frage 25 ("Haben Sie einen persönlichen Wunsch an unsere Pfarre?") war sowohl als Kreuzerlfrage wie auch frei zu beantworten.35% der Antwortenden äußern persönliche Wünsche an die Pfarre, 36% haben keinen Wunsch und 29% machen darüber keine Angabe.Die geäußerten Wünsche wurden entsprechend ihrer Thematik folgenden Bereichen zugeordnet:
Zur Illustration finden Sie auch hier nachfolgend einige der Rückmeldungen, die nach subjektiven Kriterien von der Redaktion ausgewählt wurden.